Comet DECT im Test – Heizungssteuerung mit der FRITZ!Box

Automatische Heizungsregler gibt es bereits seit einigen Jahren. Auch in meiner Wohnung verrichten zwei Modelle aus dem Baumarkt ihren Dienst. Ich habe mir den Heizungsregler Comet DECT von EUROtronic angeschaut, der nicht nur besonders leise arbeitet, sondern zusätzlich über die FRITZ!Box gesteuert und justiert werden kann. Was den kleinen Heizungsregler besonders macht, erfahrt ihr im Comet DECT Test.

EUROtronic Comet DECT - Lieferumfang

EUROtronic Comet DECT – Lieferumfang

Der Comet DECT ist im Handel in einer kleinen Verpackung aus schwarzem Karton erhältlich. Die Verpackung ist schlicht, aber durchaus ansprechend. Auf der Verpackungsseite ziert das Bild einer FRITZ!Box das Produkt, so dass das Zusammenspiel zwischen DSL-Modem und Heizungsthermostat gleich sichtbar wird.

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Einerseits wäre eine hochwertigere Verpackung noch ansprechender und würde auch eher dem Preisgefüge des Comet DECT entsprechen, andererseits landen die meisten Verpackungen im Müll, so dass das Geld hier in das Produkt und nicht in die Verpackung investiert wird.

Im Lieferumfang sind drei Adapter (RA, RAV, RAVL) vorhanden. Dem Betrieb des Comet DECT an den gängigsten Heizungen steht also nichts im Wege. Und die Montage ist einfacher, als ich es mir zunächst vorgestellt habe. Dazu später mehr…

Comet DECT - Überwurfmutter aus Metall

Comet DECT – Überwurfmutter aus Metall

Positiv aufgefallen ist mir die Überwurfmutter aus Metall. Das macht nicht nur optisch etwas her, sondern spricht auch für die Materialwahl und Verarbeitungsqualität. Diese scheint mir übrigens durchaus hoch. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und gering. Da knarzt und knackt nichts und der Deckel zum Batteriefach sitzt fest.

Comet DECT mit der FRITZ!Box verbinden

Bevor der Heizungsregler an der Heizung montiert wird, ist es sinvoll, vorher die Verbindung zur FRITZ!Box herzustellen. Nach dem Einlegen der beiden AA-Batterien erscheint im Display der Schriftzug INST. Das Funk-Symbol blinkt.

Comet DECT - Batteriefach

Comet DECT – Batteriefach

Nun hat man 90 Sekunden Zeit, um die DECT-Taste der FRITZ!Box zu drücken, um die Kopplung zwischen Heizungsthermostat und FRITZ!Box zu starten. Wenn alles funktioniert, hört das Funk-Symbol auf dem Comet DECT auf zu blinken, wird ständig angezeigt und die Verbindung steht.

Comet DECT - INST Modus

Comet DECT – INST Modus

Nachdem die Funkverbindung zwischen Comect DECT und FRITZ!Box steht, kann der Heizungsregler an der Heizung montiert werden. Die Verbindung zwischen beiden Geräten am Anfang herzustellen, ist nur ein Vorschlag von mir, weil man a) das Thermostat noch leicht herumtragen kann und b) das Drücken der DECT-Taste an der FRITZ!Box entspannter durchgeführt werden kann. Selbst nach der Montage bzw. dem Einlegen der Batterien kann die Verbindung zur FRITZ!Box durch die Auswahl im Menü des Comet DECT hergestellt werden.

Montage des Comet DECT – Alt gegen neu ohne Probleme

Beim ersten Wechsel eines Thermostatkopfes hatte ich noch Sorge, dass heißes Wasser austreten und man sich verbrühen kann. Die Sorge ist bei sachgemäßen Umgang aber unbegründet.

Das alte Thermostat wird einfach voll aufgedreht. Danach kann per Hand oder einer Rohrzange die Überwurfmutter gelöst werden. Das Thermostat kann dann vorsichtig vom Gewinde weggezogen werden.

Dabei wird das Ventil sichtbar – ein kleiner Metallstift, der mit einem Werkzeug vorsichtig nach innen gedrückt werden kann. Die Stellung des Ventils regelt die Heizleistung.

Mein Tipp: Lässt sich der Ventilstift nicht bewegen, ist das Ventil verkalkt. In diesem Fall muss das Ventil getauscht werden. Hier sollte ein Fachmann ran, denn in diesem Fall ist die Heizung im Haus abzustellen, um das Austreten von heißen Wasser zu verhindern.

Wird ein Adapter benötigt, wird zunächst dieser auf die Ventilfassung gesetzt und verschraubt. Anschließend kann der Comet DECT auf den Adapter geschraubt werden. Aus meiner Sicht reicht es völlig aus, die Überwurfmutter mit der Hand anzuziehen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der nimmt die Rohrzange zur Hilfe.

Die Adaptierfahrt des Reglers wird durch langes Drücken (3 Sekunden) der Ok-Taste gestartet. Der Comet DECT drückt dabei den Ventilstift nach Innen und misst dabei den Ventilhub. Dabei fällt auf, wie leise das Thermostat arbeitet. Kein Vergleich zu den lauten Modellen aus dem Baumarkt. Somit steht auch der Verwendung in Kinder- und Schlafzimmern nichts im Wege. Auch in der Folgezeit fiel der Heizungsregler akkustisch nur auf, wenn es wirklich still im Zimmer war. Kein Vergleich zu den älteren Modellen aus dem Baumarkt. Hier war die Änderung des Ventils stets geräuschvoll wahrnehmbar.

Steuerung über die FRITZ!Box

Das Besondere am Comet DECT ist die Möglichkeit der Steuerung über die FRITZ!Box. Dafür wird aktuell eine FRITZ!Box mit DECT (Ausnahme FRITZ!Box 7312/7412) und FRITZ!OS in der Version 6.50 oder neuer benötigt.

FRITZ!Box 7490 - Smart Home Übersicht

FRITZ!Box 7490 – Smart Home Übersicht

Nach dem Aufrufen der Web-Oberfläche der FRITZ!Box findet sich das Heizungsthermostat bereits im Punkt „Smart Home“. Hier finden sich auch die anderen Smart Home-Geräte, die von AVM unterstützt werden (z.B. FRITZ!Powerline 546E und FRITZ!DECT 200).

Die Einstellungen für das Comet DECT wirken aufgeräumt.

Tastensperre

AVM FRITZ!Box: Smart Home - Tastensperre

AVM FRITZ!Box: Smart Home – Tastensperre

Die Tastensperre verhindert, dass Einstellungen direkt am Heizungsregler vorgenommen werden können. So kann davor geschützt werden, dass Kinder auf Entdeckungstour die Einstellungen des Heizungsthermostats verändern.

Heizungssteuerung per Zeitplan

AVM FRITZ!Box: Smart Home - Heizungssteuerung

AVM FRITZ!Box: Smart Home – Heizungssteuerung

Über die Web-Oberfläche lassen sich die Zeiten für das Heizen auf Komfort- bzw. auf Spartemperatur einfach und schnell einstellen. Die technische Beschränkung auf 8 Schaltzeiten pro Tag reicht für meinen Haushalt und wahrscheinlich die meisten Interessenten bei weitem aus. Hier und da liest man, dass das Einstellen frickelig ist und die Taktung auf 15 Minuten zu ungenau. Ich kann die Meinung nicht teilen und selbst wer das Markieren der Zeiten auf der Zeitleiste als lästig empfindet, dem sei entgegengehalten, dass die Einstellungen nur selten geändert werden.

Urlaubszeitraum und Heizung aus

Um für einen Urlaub nicht den Heizplan ändern zu müssen, lassen sich Urlaubszeiträume definieren, in denen dann durchgängig auf eine Urlaubstemperatur geheizt wird. Ist der Urlaub vorbei, kehrt das Comet DECT zu seinem ursprünglichen Heizplan zurück.

AVM FRITZ!Box: Smart Home - Urlaubsschaltung

AVM FRITZ!Box: Smart Home – Urlaubsschaltung

Ähnlich aber doch anders ist die Definition eines „Heizung aus“-Zeitraums. In dem angegebenen Zeitraum schließt der Heizungsregler das Ventil vollständig, so dass nicht geheizt wird. Ist das Ende des Zeitraums erreicht, kehrt auch hier das Gerät zum urspünglichen Zeitplan zurück.

Temperaturausgleich

AVM FRITZ!Box: Smart Home - Temperaturabweichung

AVM FRITZ!Box: Smart Home – Temperaturabweichung

Da die Temperatur am Heizungsregler, also in direkter Nähe zum Heizkörper gemessen wird, kann es zu einer Abweichung zwischen Raumtemperatur und gemessener Temperatur am Regler kommen. Die Folge ist, dass der Heizungsregler die Heizung schon herunterregelt, bevor die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist. Um die Differenz auszugleichen, kann die Abweichung zwischen der Temperatur am Heizkörper und im Raum angegeben werden. In Folge wird die Komforttemperatur intern angepasst.

Comet DECT Test – Fazit

Verglichen mit den günstigen, automatischen Heizungsreglern aus dem Baumarkt bekommt, ist der Comet DECT ein hochwertig verarbeiteter und vor allem leiser Heizungsregler. Das Aussehen ist deutlich gefälliger als bei manch klobigen Vertreter und die kleinen Abmessungen konnten mich und vor allem meine Frau überzeugen.

Sehr gut gelöst ist das Zusammenspiel mit der FRITZ!Box. Die Installation ist kinderleicht und die Einstellungen sind umfangreich und übersichtlich gestaltet. Auch technisch weniger versierte Anwender sollten sich mit den Möglichkeiten des Comet DECT schnell zurechtfinden dürfen. Selbst die Bedienung von unterwegs mit Hilfe der MyFRITZ!App setzt kein technisches Verständnis voraus. Das Comet DECT ist somit ein sinnvolles Produkt für Jedermann, insbesondere dann, wenn bereits eine kompatible FRITZ!Box zuhause ihr Werk verrichtet.

Einziger Wehrmutstropen ist der recht hohe Anschaffungspreis von ca. 50 EUR. Hier schlagen die Kosten für das Branding und die relativ teure DECT-ULE-Technik zu buche. Die sonst baugleichen Modelle mit Bluetooth und Z-Wave sind teilweise deutlich günstiger.

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Das Heizungsthermostat Comet DECT für das Smart Home wurde von EUROtronic kosten- und bedingungslos für den Test zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich für das entgegengebrachte Vertrauen und die problemlose Bereitstellung bedanken. Der Testbericht spiegelt vollständig meine eigene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wieder.

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7 Antworten

  1. Wilhelm Niemeier sagt:

    Habe ein Heizkörperthermostat im Betrieb und bin auch recht zufrieden mit dem Ergebnis.
    Möchte aber noch einmal hinterfragen, wann ein Sensor für die Fensteröffnung zur Verfügung steht.
    Habe den jetzigen Regler in einer Heizungsnische angebracht und aus diesem Grund bekommt der Regler das Öffnen des Fensters erst gar nicht mit, es muss ein separater Sensor am Fenster angebracht werden.
    W. Niemeier

    • Smart Home One sagt:

      Von AVM bzw. EUROtronic gibt es momentan keine Fensterkontakte. Mit einem der nächsten FRITZ!OS-Updates sollen aber Geräte unterstützt werden, die den HAN-FUN-Standard unterstützen. Dazu gehören auch Fensterkontakte. Inwieweit diese Sensoren dann mit den Heizungsthermostaten gekoppelt werden können, ist noch offen. Letztendlich ist es eine Frage der Unterstützung durch die Software, d.h. FRITZ!OS.

  2. Andy sagt:

    Das ist wirklich eine ganz tolle Ausfertigung.
    Hier möchte ich jedoch erwähnen, dass ich mir mit der Montage sehr, sehr schwer getan habe (bin zwar Frau, aber durch meinen Vater – Bauschlosser – geschult). Das Thermostat hängt erst mal sehr „locker“ am Ventil, erst nach ADDP/OK schließt es sich fest; dauerte etwas, bis ich das begriffen hatte.
    Die Zeitplanung funktioniert mit Chrome (inzwischen der beliebteste Browser) nicht wirklich – mit Firefox allerdings besser; leider muss man das selbst herausfinden – es wird in der Produktbeschreibung nicht erwähnt.
    In meiner FritzBox (7490, neueste updates) wird angezeigt, dass die gemessene Temperatur 27° C beträgt – eingestellt sind aber 21,5° C, wie das zusammenhängt, muss selbst noch erforschen.

    • Smart Home One sagt:

      Danke für die Einschätzung. Die Probleme im Chrome kann ich nicht nachvollziehen. Die Zeiteinstellung funktioniert genauso, wie im Firefox. Die Abweichung hinsichtlich der Temperatur ist tatsächlich merkwürdig. Manchmal wird tatsächlich am Thermostat eine höhere Temperatur gemessen, als die eingestellte (weil z.B. der Sensor sehr dich an der Wärmequelle ist). Hierzu gibt es die Möglichkeit mittels eines Differenzwertes Ist und Soll auszugleichen.

  3. Uwe sagt:

    Regler funktionier nicht.
    Hardware: Iphone 7 Plus, ISO 10.2x
    Software: FritzBox 6.50; Fritz-App; SmartFranz

    Einstellungen Handy und Fritzbox: User für Zugriff zugelassen; Internetzugriff zugelassen….

    Problem:
    Ich kann den Regler in jeder Software sehen und auch ansprechen (Einstellungen ändern).
    Leider werden die Änderungen aber erst vom Regler übernommen, wenn ich das Gerät aus dem STandBy mittels druck auf irgendeinen Knopf am Regler bringe. Erst dann wird z.B. eine Temperaturänderung durchgeführt.
    In jeglicher Software ist aber schon der neue Wert übernommen.

    Ergo liegt der Fehler am Regler.

    • Smart Home One sagt:

      Es ist vielleicht nur ein Strohhalm, aber die Regler passen sich den Einstellungen in der FRITZ!Box oder App nicht sofort an. Das ganze dauert in der Regel 15 Minuten, bis die Thermostate mit der FRITZ!Box wieder synchronisiert werden.

  4. Konertz sagt:

    Mich interessiert sehr die Kombination FritzBox Thermostatventil. Ich habe allerdings im Wohnzimmer einen Unterflurkonvektor, dessen Ventil in den Tiefen des Schachts sitzt; im Zimmer an der Wand befindet sich ein Einstellknopf, der äußerlich den konventionellen alten Themostaten entspricht. Beide Teile sind mit einem längeren Kapillarröhrchen verbunden. Gibt es für solche Konvektoren eine Bauform, die am Konvektor regelt, aber „oben“ im Zimmer misst, möglicherweise ein anderes kompatibles Fabrikat ?

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