Netgear Arlo Pro im Test

Netgear Arlo

Netgear Arlo

Mit der Arlo Pro bringt Netgear den Nachfolger der äußerst erfolgreichen Netgear Arlo Wire-Free auf den Markt. Auch wenn die erste Generation ein stimmiges Gesamtpaket bot, blieben einige wenige Kritikpunkte nicht aus. Und weil die Konkurrenz nicht schläft, ruht sich Netgear nicht auf den Lorbeeren aus. Im Netgear Arlo Pro teste erfahrt ihr, welche Verbesserung das aktuelle Modell bietet.

Arlo Pro heißt die zweite Generation der kabellosen Überwachungskamera für Innen- und Außeneinsatz. Kabellos, weil sie keinen Netzstecker benötigt und die Daten per Funk an die Basisstation überträgt. Damit sind dem Einsatzzweck nahezu keine Grenzen gesetzt – einer der wesentlichen Pluspunkte der Arlo Pro.

Arlo Pro: Das Unboxing

Man muss schon zweimal hinsehen, um die Unterschiede zur Arlo Wire-Free zu erkennen, denn im Wesentlichen ist der Aufbau der Verpackung der gleiche. Auf einer Schuhkarton großen Box aus Karton trohnt die Arlo Pro umgeben von transparentem Kunststoff. Der gibt den Blick auf die Kamera frei und zwar von allen Seiten. Das ist von Vorteil, denn so sieht man wirklich alles von dem kleinen, aber feinen Stück Technik. Je mehr Überwachungskameras im Set enthalten sind, desto mehr finden sich unter der transparenten Haube.

Netgear Arlo Pro - Verpackung

Netgear Arlo Pro – Verpackung

Die untere Hälfte ist der restlichen Technik, den Kabeln und Zubehör vorbehalten. In einem der zwei gesonderten Kartons finden sich:

  • Arlo Pro Basisstation
  • Ethernet-Kabel
  • USB-Netzteil
  • USB-Ladekabel

Die Aufteilung ist dahingehend ein bisschen irreführend, da die Basisstation der Arlo Pro nicht über ein USB-Netzteil (respektive USB-Stecker) mit Strom versorgt wird. Dazu dient weiterhin ein eigenes Netzteil, das sich in dem anderen gesonderten Karton findet. Insgesamt befindet sich im zweiten Karton:

  • Netzteil für Arlo Pro Basisstation
  • Stecker-Adapter (Schuko)
  • Stecker-Adapter (Commonwealth)
  • Arlo Pro Akku
  • Wandbefestigung
  • Montagematerial

Netgear spendiert der Arlo Pro ein universelles Netzteil, das durch den integrierten (und wegklappbaren) Stecker sowohl in den USA, als auch in Schuko-EU-Ländern und im Commonwealth funktioniert. Für mich persönlich ist es ein Adapter zu viel. Aus Unternehmensperspektive aber nachvollziehbar und günstiger, als unterschiedliche Linien zu fahren.

Netgear Arlo Pro - Lieferumfang

Netgear Arlo Pro – Lieferumfang

Bis auf USB-Netzteil und USB-Kabel hat sich im Lieferumfang verglichen zur ersten Generation der Arlo wenig getan. Musste es auch nicht, denn das Set enthält wirklich alles, um sofort loslegen zu können. Besonders löblich ist die Zugabe von Schrauben und Dübeln, die zwar genau abgezählt sind, aber bei vielen anderen Herstellern einfach eingespart werden.

Der erste Eindruck

Den ersten Eindruck bekommt man natürlich schon beim Öffnen der Verpackung vermittelt und da gibt es nichts auszusetzen. Der genauere Blick gilt natürlich der Arlo Pro und hier setzt sich der positive Eindruck fort. Um die Entwicklung zwischen Arlo und Arlo Pro besser nachvollziehen zu können, zeigen die folgenden Fotos meist beide Kameras im Vergleich.

Netgear Arlo Pro - Vergleich mit Arlo Wire-Free

Netgear Arlo Pro – Vergleich mit Arlo Wire-Free

Was sofort auffällt ist die Größenzunahme der Arlo Pro. Maß die Arlo der ersten Generation noch 72 x 44 x 66 mm, sind es bei der Arlo Pro ca. 79 x 49 x 71 mm. Das scheint auf dem Papier nicht viel – optisch wirkt es mehr. Dennoch ist die Arlo Pro weiterhin gefällig klein. Die Optik aus weißem Klavierlack und schwarz-akkzentuierten Flächen weiß zu gefallen. Nun liegt Schönheit im Auge des Betrachters (vor allem des weiblichen Betrachters), einem Einsatz im Wohnzimmer steht jedoch nichts im Wege.

Netgear Arlo Pro - Vergleich mit Arlo Wire-Free

Netgear Arlo Pro – Vergleich mit Arlo Wire-Free

Neu ist der schwarze „Arlo“-Aufdruck auf der Seite der Kamera. An gleicher Stelle zierte bei der Arlo noch ein gerpägter „Netgear“-Schriftzug das Gehäuse. Ebenfalls gut auf den Fotos zu erkennen ist, dass das Batteriefach verschoben wurden. Befindet sich bei der Arlo der Deckel zum Batteriefach noch auf der Unterseite, klappt bei der Arlo Pro nun die gesamte Hinterseite auf. Dazu aber gleich mehr.

Netgear Arlo Pro - Vergleich mit Arlo Wire-Free

Netgear Arlo Pro – Vergleich mit Arlo Wire-Free

Auch der Aufbau der Front hat sich ein wenig geändert: Ein Teil der Technik ist nun hinter einer Abdeckung verschwunden.

Netgear Arlo Pro - Vergleich mit Arlo Wire-Free

Netgear Arlo Pro – Vergleich mit Arlo Wire-Free

Bei der Ausgestaltung des Objektivs hat sich Netgear eines Kritikpunkts der ersten Generation angenommen. Zu sehen ist bei der Arlo Wire-Free, dass das Objektiv ein wenig im Gehäuse versenkt ist. Das hat zur Folge, dass sich in der Öffnung leichter Staub, vor allem aber auch Schnee sammeln und die Funktion der Kamera beeinflussen können. Bei der Arlo Pro bilden Objektiv und Gehäuse deutlich eher eine Flucht, auch wenn systembedingt ein kleiner Versatz bleibt.

Netgear Arlo Pro

Netgear Arlo Pro

Die Arlo Pro verfügt weiterhin über über ein integrierten und recht starken Magneten, so dass die Kamera sturmsicher an der Wandhalterung (aber auch jeder anderen metallenen Fläche) haftet. Sowohl die Wandhalterung in Form einer halben Kugel, als auch die entsprechende Aussparung an der Arlo Pro sind gummiert, so dass sich die Ausrichtung selbst bei Feuchtigkeit nicht ändert. Verglichen zur ersten Generation hat die Arlo Pro auch eine gummierte Fläche auf der Unterseite spendiert bekommen. Sie kann in Folge auch ohne Magnet und Wandhalterung auf rutschige bzw. schräge Flächen gestellt werden.

Auf der Unterseite sind noch die Öffnungen für Lautsprecher und Mikrofon zu finden – zwei Ergänzungen, die es bisher bei der Arlo Wire-Free nicht gab und das Auslösen der Kamera bei Geräuschen bzw. der bidirektionale Kommunikation (Kamera < -> App) zulassen.

Netgear Arlo Pro - Micro-USB-Anschluss

Netgear Arlo Pro – Micro-USB-Anschluss

Auf der Rückseite ist der Micro-USB-Anschluss zu sehen, über den der Akku nicht nur direkt in der Kamera geladen werden, sondern die Kamera auch dauerhaft über ein Stromkabel betrieben werden kann. Damit keine Feuchtigkeit eindringt, schützt den USB-Anschluss eine kleine Gummiklappe. Hier gibt es einen kleinen Kritikpunkt, den ich in ähnlicher Form auch schon bei der MyFox Security Camera angebracht habe. Auch bei der Netgear Arlo Pro passt nicht jedes beliebige Micro-USB-Kabel. Das liegt natürlich nicht an der Form des USB-Steckers, denn der ist genormt. Vielmehr kann das Steckergehäuse Probleme bereiten, denn ist diese zu breit, lässt sich das Kabel nicht weit genug in die Buchse drücken, um den Kontakt herzustellen.

Ob es daran liegt, dass Netgear mit bündig schließenden Steckern verhindern möchte, dass Feuchtigkeit eindringt, bekomme ich noch heraus. Nachvollziehbar wäre es.

Netgear Arlo Pro - Akkufach

Netgear Arlo Pro – Akkufach

Einer der größten Kritikpunkte der Arlo Wire-Free ist der Betrieb mit CR123-Batterien. Zum einen können nur Einweg-Batterien genutzt werden (Akkus bieten nicht ausreichend Spannung), zum anderen war die Reihenfolge, wie die vier Batterien genutzt werden schwer nachzuvollziehen. Folgekosten aufgrund neuer Batterien waren je nach Nutzungsgrad und Anzahl der Kameras deutlich im Geldbeutel zu spüren.

Netgear Arlo Pro - Akku

Netgear Arlo Pro – Akku

Die Arlo Pro verzichtet auf den Betrieb mit Batterien und greift auf einen austauschbaren Akku zurück. Durch Aufklappen der Rückseite der Kamera (vielmehr fast der ganzen Hälfte der Arlo Pro) lässt sich der Akku in die Kamera einlegen. Ein fehlerhaftes Einlegen ist aufgrund der Akkuform ausgeschlossen.

Netgear Arlo Pro - Akku in Kamera

Netgear Arlo Pro – Akku in Kamera

Ein Dichtungsring sorgt zwar dafür, dass man beim Schließen der Klappe ein wenig Kraft aufwenden muss, dafür kommt hier aber keine Feuchtigkeit hindurch. Unerlässlich, wenn das Produkt unter freiem Himmel eingesetzt werden soll.

In Summe ist die Verarbeitung sehr gut. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und gering, das Material macht einen soliden Eindruck und selbst die beweglichen Teile (Deckel des Batteriefachs, Abdeckung für USB-Anschluss) vermitteln einen beständigen Eindruck.

Neue Basisstation mit lokaler Speicherung und Sirene

Netgear hat jedoch nicht nur die Kamera verbessert. Auch die Basisstation hat eine Erweiterung des Funktionsumfangs erfahren. Gleichzeitig ist sie aber etwas kleiner, dafür aber auch etwas dicker geworden.

Die rückseitigen Anschlüsse entsprechend im Wesentlichen denen der alten Basisstation. Ein kleiner Kritikpunkt richtet sich an das Usuability-Team von Netgear: Ein kleiner Steg sorgt beim Einstecken des Netzwerkkabels dafür, dass dieser einrastet und ein unabsichtliches Lösen verhindert wird. Nun liegt aber auch der Netzwerkanschluss ein wenig in das Gehäuse zurückversetzt, so dass mit den Fingern keine Chance mehr besteht, den kleinen Steg herunterzudrücken und den Stecker zu lösen. Hier hilft zwar bereits ein Kugelschreiber weiter, aber es ginge sicherlich noch besser.

Netgear Arlo Pro - Vergleich Basisstationen

Netgear Arlo Pro – Vergleich Basisstationen

Um es vorwegzunehmen, wer bereits Arlo-Kameras der ersten Generation sein eigen nennt und mit der Arlo Pro erweitern möchte, kann dies problemlos tun: Kameras der ersten Generation arbeiten mit der neuen Basisstation genauso zusammen, wie auch die neue Arlo Pro mit der alten Basisstation.

Netgear Arlo Pro - Vergleich Basisstationen

Netgear Arlo Pro – Vergleich Basisstationen

Verzichtet werden muss beim Einsatz der alten Basisstation auf die Alarm-Funktion in Form eine 100 Dezibel-Sirene, die Netgear der neuen Basisstation spendiert hat. Diese kann ergänzend zur Benachrichtigung per E-Mail oder Push-Nachricht aktiviert werden.

Mit dieser Neuerung bewegt sich Netgear deutlich in Richtung einer Sicherheitslösung, denn damit lassen sich Einbrüche nicht nur erkennen, sondern wirksam verhindern.

Zum Ausschalten des Alarms reicht das Drücken des Knopfs auf der Oberseite der Basisstation. Der gleiche Knopf dient abseits des Einbruchsszenarios zum Koppeln der Kameras.

Aufzeichnung auf USB

Eine weitere Funktionsergänzung realisiert die Aufzeichnung auf USB. Dazu verfügt die Basisstation der Arlo Pro auf der Rückseite über zwei USB-Ports, die mit handelsüblichen USB-Sticks bestückt werden können. Über die App bzw. Web-Oberfläche lässt sich die lokale Speicherung der Daten konfigurieren.

Netgear Arlo Pro - Anschlüsse

Netgear Arlo Pro – Anschlüsse

Was zunächst klingt, als ob damit auf die Anbindung an die Cloud verzichtet werden kann, den muss ich enttäuschen, denn die aufgezeichnete Daten gehen dennoch zuerst in die Cloud in werden im Anschluss aus der Cloud zurück auf den USB-Stick übertragen. Das passiert jedoch auch nur mit Aufzeichnungen, die aufgrund von Bewegung oder Geräuschen automatisch gestartet wurden. Manuell aufgezeichnete Sequenzen finden sich zwar in der Bibliothek wieder, nicht jedoch auf dem USB-Stick.

Auch das Anschließen einer USB-Festplatte ist möglich, in der Regel aber nicht notwendig. Die aufgezeichneten Videosequenzen sind hinsichtlich ihrer Dateigröße so klein, dass heutige USB-Sticks völlig ausreichen, um das Material mehrerer Wochen zu speichern.

Vergleichsrechnung:
Eine Aufnahme von 60 Sekunden in der höchsten Qualität resultiert in einer ca. 6 MB großen Datei. Auf einen USB-Stick mit 16 GB passen somit mehr als 2.500 Aufzeichnungen. Bei geringerer Bildqualität bzw. Aufzeichnungsdauer sind es entsprechend mehr.

Das angeschlossene USB-Speichergerät muss allerdings in FAT32 formatiert sein. NTFS formatierte Geräte werden zwar erkannt, müssen vor Nutzung jedoch umformatiert werden. Das kann über das jeweilige Betriebssystem oder aber auch über die Verwaltungsoberfläche von Arlo geschehen.

Installation der Arlo Pro

An der reinen Installationsroutine hat Netgear im Vergleich zur Arlo nichts geändert. Sowohl an der Kamera, als auch an der Basisstation befinden sich jeweils ein Sync-Button. Wird dieser für einen Moment gedrückt, wird das jeweilige Geräte in den Modus zur Kopplung gesetzt. Wenn sich beide Geräte in diesem Modus befinden und aneinander finden, wird die Kamera an der Basisstation angemeldet bzw. in das Konto des Nutzers eingetragen.

Die Basisstation selbst wird per LAN in das Netzwerk integriert und in diesem auch gesucht und gefunden.

Die Installation der Arlo Pro kann einfacher nicht sein und adressiert genau die Nutzer, die ohne großes technisches Vorwissen und Begabung das Produkt einsetzen wollen. Hier gibt es absolut nichts zu meckern. Wem die Hilfestellung per App oder Web nicht ausreichend, der findet in einem der zahlreichen unterschiedlich-sprachigen Kurzanleitung die notwendige Hilfe.

So kurz wie es hier beschrieben ist und so unspektakulär es hier klingt, so gestaltet sich die Installation auch. Auspacken und Verkabeln dauert in der Regel länger, als die erste Überwachung per Arlo Pro zum Laufen zu bekommen.

Bildqualität der Arlo Pro

Natürlich haben wir uns auch die Bildqualität angeschaut und möchte zur Einordnung eines vorwegschicken: Es handelt sich bei der Arlo um eine batteriebetriebene Überwachungskamera, die die Bild- und Tondaten kabellos an die Basisstation überträgt. Allein diese beiden Informationen sollten erkenntlich machen, warum nicht die Qualität von stationären Kameras mit Kabel bzw. Smartphone-Kameras erreicht werden kann.

Für die Einsatzszenarien, die für die Arlo und Arlo Pro gedacht sind, ist die Bildqualität mehr als ausreichend – in vielen Fällen sogar gut. Was heißt das im Einzelnen? Die Qualität der Bilder reicht aus, um Personen bei Tag und in der Nacht anhand von Statur, Kleidung und Gesichtsmerkmalen zu erkennen. Abhängig von der zur Verfügung stehenden Bandbreite leidet die Bildqualität unter der adaptiven Kompression mal stärker, mal weniger stark.

Diese Aussagen müssen auch vor der Integration intelligenter Techniken zur Personen- und Objekterkennung gesehen werden, die durch den Zukauf von Placemeter mittelfristig die Leistungsfähigkeit der Arlo-Serie verbessern soll.

Arlo Pro - Bildqualität "hoch"
Hohe Qualität
Mittlere Qualität
Niedrige Qualität
Arlo Pro - Bildqualität im Vergleich (Ausschnitt)

Arlo Pro – Bildqualität im Vergleich (Ausschnitt)

Arlo Bildqualität im Vergleich (Ausschnitt)

Arlo Bildqualität im Vergleich (Ausschnitt)

Bei der Betrachtung der Bildqualität ist die mittlere Einstellung aufgefallen, die normalerweise das beste Mischverhältnis aus Akkulaufzeit und eben Bildqualität liefern soll. Die Bildqualität auf dieser Stufe ist jedoch nicht zufriedenstellend. Die Aufnahmen zeigen Geisterbilder (Ghosting) und wirken dadurch unscharf. Da die Arlo Wire-Free in der gleichen Stufe deutlich bessere Bilder liefert, haben wir uns an Netgear gewandt und um Hilfestellung gebeten. Bisher konnte jedoch keine abschließende Klärung erfolgen. Das Problem konnte visuell anhand unserer Aufnahmen nachvollzogen, in einer Testumgebung bei Netgear jedoch nicht nachgestellt werden. Über die abschließende Klärung werden wir natürlich hier berichten. Unter Umständen ist unter Testexemplar auch einfach fehlerhaft, denn dieses Verhalten in Serie wäre (gerade im Vergleich zur Arlo) für den Endkunden nicht nachvollziehbar.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist uns bei den Helligkeitseinstellungen aufgefallen. Die Arlo Pro erlaubt genauso wie die Arlo die Helligkeit der Aufnahme in fünf Stufen zu regeln. Bei der Arlo Pro ist die Grundeinstellung (Stufe 0) heller eingestellt als bei der Arlo der ersten Generation. Auch ist die Abstufung zwischen den Einstellungen deutlich größer. Das Bild der Arlo Pro auf Stufe -2 wirkt deutlich zu dunkel, die Stufen +1 und +2 sind bei Tageslicht hingegen fast nicht mehr zu gebrauchen. Die optische Aufhellung sorgt dann für das Überstrahlen von hellen Bereichen.

Was tagsüber ein Fluch ist, wird nachts zum Segen, denn durch die Aufhellung des Bildes ist die Reichweite der Arlo Pro in Dunkelheit deutlich größer, als die der Arlo. So sind Bewegungen noch in bis zu 8 Metern Entfernung zu beobachten. Sinnvoll wäre es, wenn Netgear die Abstufung während der Tagsicht etwas weniger drastisch gestaltet – in der Nachtsicht kann die Abstufung gerne so bestehen bleiben.

Arlo Pro - Vergleich Helligkeitseinstellungen

Arlo Pro – Vergleich Helligkeitseinstellungen

Verzögerung bei der Aufnahme

Die Arlo Pro erkennt Bewegungen anhand eines Infrarot-Sensors, so dass Bewegungen vor der Kamera nur dann als relevant gewertet werden, wenn sie durch „warme“ Objekte ausgelöst werden. Das soll verhindern, dass die Bewegung von Bäumen oder Sträuchern bzw. ziehenden Wolken für Aufzeichnungen sorgen. Das funktioniert nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis wirklich gut. Wer die Kamera jedoch hinter einer Glasscheibe platziert, der wird von dieser Funktion nicht mehr profitieren können. Das Glas hält zu viel von der Infrarotstrahlung zurück, um relevante Wärmequelle erkennbar zu machen.

Nach der Erkennung einer Bewegung dauert es jedoch 1-2 Sekunden, bis die Aufzeichnung bzw. Übertragung in die Cloud beginnt. Nicht nur deshalb lohnt es sich, die Arlo Pro so zu positionieren, dass sie mit ihrem 130° Blickwinkel einen möglichst großen Raum abdeckt. Je enger der Bereich, in dem Bewegung stattfinden kann, desto schneller ist das bewegte Objekt in der Regel auch wieder aus dem Blickfeld verschwunden.

Die Verzögerung in der Aufnahme zeigt sich auch im Live-Betrieb. Je nach gewählter Bildqualität schwankt auch die Verzögerung bei der Beobachtung direkt am PC oder Smartphone.

Schaut man sich um, dann ist diese Verzögerung für viele ein Ärgernis. Ein Ärgernis, das nicht immer nachvollziehbar ist. Natürlich fällt es auf, wenn man die Kamera das erste Mal ausprobiert und man darf dann im ersten Moment enttäuscht sein. Dennoch ändert es wenig an der Funktion und dem Nutzen der Kamera: Wird sie zur Sicherheit vor Einbruch eingesetzt, spielen ein paar wenige Sekunden bis zur Benachrichtigung des Besitzers keine wesentliche Rolle. Selbst bei der Beobachtung des Babys im Kinderbett kommt es in den wenigsten Fällen auf wenige Sekunden an. Sollte das dennoch der Fall sein, dann ist die Wahl der Arlo Pro vielleicht von Beginn an der falsche Weg.

Kurzum: Es gibt diese Verzögerung und da wird sich auch in Zukunft wenig tun. Jeder möge für sich selbst prüfen, mit welchen Latenzen im Dauerbetrieb gelebt werden kann.

Bedienung per Smartphone, Tablet oder Web

Netgear bettet die Arlo Pro in das Ökosystem der Arlo-Produktreihe ein. Das heißt, dass die Arlo Pro die gleiche App bzw. Weboberfläche nutzt, die auch schon für die Arlo Wire-Free, Arlo Q und Arlo Q Plus genutzt wird. Wer also schon Besitzer eines Vormodells ist, der wird sich umgehend in der Anwendung auskennen.

Zugriff durch Gäste

Wer den Zugriff auf die Kameras kontrolliert in die Hände Dritter geben mag, ohne dass diese an den Einstellungen etwas ändern können, kann dies mittlerweile mit der Funktion „Zugriff gewähren“ tun. Dazu lädt der Besitzer weitere Nutzer per E-Mail ein und benennt die Kameras auf die zugegriffen werden darf. Der Eingeladene muss seinerseits über ein Arlo-Konto verfügen bzw. dieses kostenfrei anlegen. Von dem Zeitpunkt (bis zur Löschung des Gastzugangs durch den Besitzer) hat der als „Freund“ geführte Dritte nun Zugriff auf die Live-Daten und die Bibliothek.

Ob es für einen Gast sinnvoll ist in der Bibliothek auf Aufzeichnungen zugreifen zu können, die zeitlich vor seiner Einladung liegen, ist für uns schwer einzuschätzen. Die Notwendigkeit scheint jedoch in den seltensten Fällen gegeben zu sein. Vielleicht bessert Netgear hier noch nach. Auch die Einbindung in Push- und E-Mail-Benachrichtigungen könnte geschickter gelöst sein.

Nichtsdestotrotz ist es der erste Schritt in die richtige Richtung, denn selbst mit Push- und E-Mail-Benachrichtigungen ist man nicht immer erreichbar (z.B. im Urlaub). Wer in solchen Fällen die Kontrolle der Daten in die Hände von Freunden oder Familie legen möchte, wird von der Funktion profitieren.

Fazit

Netgear verbessert mit der Arlo Pro seine wetterfesten und kabellosen Kameras in sinnvollen Punkten. Vor allem der Betrieb mit Akku scheint uns deutlich zeitgemäßer zu sein, als mit CR123-Batterien. Hält man sich vor Augen, dass der Akku ja im Betrieb geladen werden kann und Netgear in Kürze dafür ein kleines Solarpanel anbietet – die Arlo Pro hinsichtlich der Stromversorgung nahezu autark agiert, scheinen dem Einsatz wenig Grenzen gesetzt.

Die Kamera ist weiterhin klein genug, um unauffällig platziert zu werden. Erhältliche Silikon-Covers sorgen nicht nur für einen sinnvollen Camouflage-Effekt, sondern schirmen mit einer kleinen Blende auch noch schräg-einfallende Sonnenstrahlen ab. Die Reichweite zwischen Basisstation und Kameras ist sinnvoll bemessen, um um Gebäude herum für die notwendige Abdeckung zu sorgen. Bei weiter entfernt liegenden Ecken (z.B. Grundstückseinfahrt bei großen Grundstücken) sind u.U. nicht mehr im Sende- und Empfangsbereich der Arlo Pro. Hier muss nach einer Alternativlösung gesucht werden.

Die Arlo Pro ist aufgrund der vielseitigen und einfachen Verwendung, der guten (wenn gleich nicht kritikfreien) Arlo-Plattform und der kostenfreien Speicherung in der Cloud durchweg empfehlenswert. Die Kritik fällt in die Kategorie „Meckern auf hohem Niveau“ – nichts, was die Kamera in ihrer Kernfunktion schwächt. Eine Ausnahme bildet die Bildqualität auf mittlerem Niveau. Hier sind wir aber noch in der Klärung, woher das Problem rührt.

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