Netgear Arlo Test – Was leistet die kleine, kabellose HD-Kamera?

Netgear hat mir der Arlo ein 100% kabelloses Kamerasystem auf den Markt gebracht, mit welchem nicht nur Innenräume überwacht werden können. Dank seiner Wetterfestigkeit funktioniert Arlo auch bei Wind und Wetter. Ich habe mir das Produkt genauer angeschaut. Das sind meine Erfahrungen.

Netgear Arlo - Verpackung

Netgear Arlo – Verpackung

Verglichen mit der Arlo Q oder Arlo Q Plus hält man selbst beim kleinsten Paket, mit nur einer Kamera, ein beachtliches Paket in den Händen. Obenauf trohnt die Netgear Arlo-Kamera transparent verpackt und für jeden sichtbar.

Sie wirkt dort ein bisschen verloren, immerhin stellt der obere Teil rund die Häfte der Verpackung. Netgear wird die gleiche Verpackung wohl auch für die Varianten mit zwei, drei oder vier Kameras nutzen und dann sieht der Platz deutlich besser genutzt aus.

Einer der Gründe für die Größe der Verpackung ist sicherlich die Basisstation, die einen erheblichen Teil des Verpackungsinhalts ausmacht. Zusätzliche Kameras, die auch ohne die Basisstation gekauft werden können, kommen mit einer deutlich kleineren Verpackung aus.

Netgear Arlo Test: Das Unboxing

Halten wir uns aber nicht lange mit der Verpackung auf, denn der wertvolle Inhalt befindet sich im Inneren. Beim Öffnen sind einige kleine Klebesiegel zu lösen und auch wenn ich mir viel Mühe gegeben habe, die Verpackung in einem ordentlichen Zustand zu belassen, so gewinnt am Ende doch die Verpackung. Gerade beim Öffnen der transparenten, oberen Hälfte hat die Umverpackung gelitten.

Netgear Arlo - Lieferumfang

Netgear Arlo – Lieferumfang

In der unteren Hälfte der Verpackung finden sich zwei Pappschachteln. In der einen befindet sich die Basisstation, in der anderen Netzteil, Netzwerkkabel, die Wandhalterungen, Batterien, sowie die Kurzanleitungen in verschiedenen Sprachen. Alles in allem aufgeräumt und ordentlich verpackt. Selbst die Kamera ist an der Verpackung fixiert, so dass nichts verrutschen kann.

Netgear Arlo - Dokumentation

Netgear Arlo – Dokumentation

Installation der Netgear Arlo

Auch wenn es verglichen mit der Arlo Q ein wenig mehr Teile sind, die Installation ist ähnlich schnell erledigt. Im Wesentlichen konzentriert sich die Installation auf drei Schritte:

  • Inbetriebnahme der Basisstation
  • Kopplung von Kamera und Basisstation
  • Einrichten der Hardware in der App

Inbetriebnahme der Basisstation

Zunächst muss die Basisstation mit dem Ethernet-Kabel an den Router oder einen Switch angeschlossen werden, so dass die Basisstation auf einen Internetverbindung zurückgreifen kann. Die Stromversorgung der Basisstation stellt das externe Netzteil sicher.

Nach dem Anschalten dauert es rund 30 Sekunden bis die beiden Status-LED (Power-LED und Internetverbindung) an der Vorderseite der Basisstation grün leuchten. Die Basisstation ist damit betriebsbereit.

Netgear Arlo - Ethernet- und Stromanschluss

Netgear Arlo – Ethernet- und Stromanschluss

Kopplung von Kamera und Basisstation

Ähnlich schnell ist auch die Kamera selbst betriebsbereit: Auf der Unterseite befindet sich das Batteriefach, das durch eine kleinen Schieberegler gesichert ist.

In dem Fach verschwinden die vier CR-123-Batterien. Jetzt nur noch den Deckel zu und sowohl an der Basisstation, als auch an der Kamera für zwei Sekunden den Sync-Knopf gedrückt halten. Innerhalb weniger Sekunden sind Kamera und Basisstation gekoppelt.

Netgear Arlo - Sync-Button

Netgear Arlo – Sync-Button

Einfacher geht das Einrichten der Hardware aus meiner Sicht wirklich nicht. Fehlt nur noch das Anmelden der Komponenten in der App.

Einrichten der Hardware in der App

Wer noch kein Arlo-Benutzerkonto hat, der wird an dieser Stelle aufgefordert über die App oder das Web ein paar Daten preiszugeben. Dabei handelt es sich jedoch nur um den Namen und die E-Mail-Adresse. Erfreulich und heutzutage keine Selbstverständlichkeit, schaut man sich die Sammelwut anderer Konzerne an.

Ist das Benutzerkonto erst einmal eingerichtet muss abschließend nur noch die Hardware in der App registriert werden. Befindet man sich mit dem Smartphone oder Tablet im gleichen Netz wie die Arlo-Basisstation, werden die Geräte automatisch erkannt. Auch hier wird kein technischer Sachverstand vorausgesetzt, um die eigene Videoüberwachung aufzubauen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck im Netgear Arlo Test ist ein durchweg positiver. Das Produkt ist sauber und hochwertig verarbeitet. Die Spaltmaße sind gering und gleichmäßig, das verwendete Material scheint von ordentlicher Qualität.

Das ist sicherlich ein Aspekt. Wichtiger und beeindruckender ist jedoch, wie schnell das gesamte System in Betrieb genommen werden kann. Zugegeben, ich kenne mich ein wenig mit Technik aus, aber wenn man ehrlich ist, schafft das nahezu jeder.

Die einzige Voraussetzung ist vielleicht, dass man eine App aus einem der App Stores herunterladen können muss. Innerhalb von 10 Minuten ist das System auf jeden Fall einsatzbereit.

Arlo mit geringer Latenz bei der Übertragung

Als erstes habe ich mir den direkten Vergleich zwischen Arlo und Arlo Q angeschaut und überraschenderweise gelangen die Daten von der Arlo deutlich schneller in die Cloud und von dort wieder in die App, als das bei der Arlo Q der Fall ist. Will heißen: Lasse ich beide Kameras auf das selbe Motiv schauen, sehe ich Bewegungen des Motivs über die Arlo Wire-Free deutlich früher in der App. Und mit deutlich, meine ich deutlich. 5-7 Sekunden kommen da schon zusammen. Für den Praxisbetrieb ist das nicht weiter tragisch, aber auf jeden Fall überraschend.

Netgear Arlo - Vergleich Wire-Free und Arlo Q

Netgear Arlo – Vergleich Wire-Free und Arlo Q

Jetzt wird jemand aufschreien und behaupten, die Arlo nimmt das Bild ja mit deutlich geringerer Auflösung auf, so dass das Datenvolumen geringer ist. Der Einwand ist zunächst richtig, doch selbst beim Reduzieren der Auflösung der Arlo Q ändert sich die Latenz nicht.

Dabei ist es auch egal, ob die Arlo Q im 2,4 GHz oder 5 GHz Bereich funkt.

Arlo mit hoher Latenz bei der Aufzeichnung

Konnte die Arlo noch bei der Übertragung mit einer geringen Latenz überraschen, zeigt sich bei der Latenz zwischen Bewegungserkennung und Aufzeichnung ein deutlich anderes Bild.

Häufig kommt es vor, dass die Arlo mit einem Versatz von 1-3 Sekunden aufzeichnet, die ersten Momente nach Erkennung einer Bewegung vor der Kamera also fehlen. In manchen Fällen reichen diese 1-3 Sekunden aus, dass das bewegte Motiv bereits aus dem Sichtfeld der Kamera wieder verschwunden ist, bevor diese beginnt aufzuzeichnen. Der Grund liegt laut Netgear in der benötigten Zeit, um die Kamera „aufzuwecken“. Aus meiner Sicht ist das dennoch ein Punkt, an dem nachgebessert werden sollte.

Mein Tipp: Oftmals kann die Kamera einfach an einer anderen Stelle positioniert werden, so dass sie einen größeren Bereich überwacht. In diesem Fall bleibt auch ein bewegtes Motiv länger im Blickwinkel der Kamera und wird so auch von der Videoaufzeichnung erfasst.

Ordentliche Bildqualität

Ein sicherlich entscheidendes Kriterium beim Kauf einer Überwachungskamera ist die Bildqualität. Hier bewegt sich die Arlo (berücksichtigt man den Batteriebetrieb) im oberen Drittel. Auf dem Papier zeichnet die Kamera mit 720p auf. Die Auflösung bzw. Aufnahmequalität wird jedoch dynamisch angepasst, um die Batterien zu schonen.

Netgear Arlo - Videoeinstellungen: Hohe Qualität
Hohe Qualität
Mittlere Qualität
Niedrige Qualität

Nichtsdestotrotz ist die Qualität gut und aus meiner Sicht völlig ausreichend für eine Überwachungskamera. Ich muss nicht die einzelnen Grashalme im Vorgarten zählen können. Mir reicht die Leistung der Arlo für die Überwachung des Grundstücks allemal aus. Klar würde ich auch eine höhere Qualität toll finden, aber diese geht dann eben auf Kosten der Batterien.

Vielleicht noch mal ein schönes Beispiel dafür, wie flexibel die Kamera eingesetzt werden kann: Ich habe sie abends auf einen kleinen Vorsprung in unserem Garten am Haus gestellt und gleich in der ersten Nacht hat sie einen Fuchs gefilmt. Ohne die Kamera hätte ich nie geahnt, dass die Füchse sich sogar in die Gärten am Haus trauen. Am nächsten Morgen wurde die Kamera wieder fix an ihrem ursprünglichen Ort platziert.

App auf Smartphone, Tablet und im Web

Für Smartphones und Tablets stellt Netgear jeweils kostenlose Apps (iOS / Android) zur Verfügung. Über die App erfolgt der Zugriff auf eine oder mehrere Kameras. Ist das Smartphone oder Tablet einmal nicht in Reichweite, kann auch über das Webportal von Netgear zugegriffen werden.

Die Apps und das Webportal sind weitestgehend gleich aufgebaut, d.h. die Funktionen stehen auf allen Plattformen gleichermaßen zur Verfügung. Von unterwegs greife ich meistens mit meinem Android-Smartphone auf die Kameras zu, zuhause nehme ich mein iPad 3 und auf der Arbeit logge ich mich über das Webportal ein. Das funktioniert alles problemlos und nie hatte ich das Gefühl mich neu zurechtfinden zu müssen.

Das Arbeiten mit den Apps fühlt sich selbst auf der betagten Hardware flüssig an. Einzig die Verwendung von Flash zum Abspielen der Videos ist nicht mehr ganz zeitgemäß und könnte durch HTML5 abgelöst werden.

Der gleichzeitige Zugriff auf die Daten über mehrere Endgeräte und/oder das Web ist nicht möglich. Beim Login auf einer der Plattformen wird der Nutzer auf anderen Systemen automatisch abgemeldet. Dachte ich zunächst dies sei ein Nachteil, sehe ich heute darin jedoch einen Vorteil. Ich bekomme so schnell mit, sollte jemand weiteres Zugriff auf die Kameras über App/Web erlangen. Darüber hinaus fallen mir gar nicht so viele Anwendungsfälle ein, bei denen die Überwachung von unterschiedlichen Geräten aus gleichzeitig sinnvoll ist.

Potential im Zusammenspiel mit anderen Arlo-Produkten

Nicht optimal gelöst ist das Zusammenspiel zwischen Arlo und den anderen Produkten aus der Arlo-Familie (Arlo Q und Arlo Q Plus). Normalerweise lassen sich in der App Regeln definieren, was passieren soll, wenn eine Kamera ein Ereignis (z.B. Bewegung oder Geräusche) registriert. Hier lassen sich auch Regeln der Form „Wenn Kamera A etwas sieht, soll Kamera B anfangen aufzuzeichnen“ definieren. Das funktioniert jedoch nicht zwischen Geräten aus der Arlo- und Arlo Q-Reihe. Auch hier sollte Netgear nachbessern, denn schließlich wird die gemeinsame Plattform als Vorteil vermarktet und mit den Kombinationsangeboten bestehend aus Arlo und Arlo Q wird der Ruf mit der Zeit sicherlich lauter.

Fazit

Ich habe mich nun einige Wochen ausgiebig mit der kabellosen Arlo beschäftigt. Aus meiner Sicht ist es ein gutes bis sehr gutes Produkt mit ein paar Mängeln. Viele davon fallen nichts ins Gewicht und deren Beseitigung wäre vergleichbar mit der Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Ich würde sie eher in die Kategorie „Meckern auf hohem Niveau“ einordnen. Am ehesten missfällt mir noch die Latenz zwischen Bewegungserkennung und Aufzeichnungsbeginn. Das wüsste ich tatsächlich gerne abgestellt, auch wenn sich der Mangel durch geschickte Standortwahl ein wenig kompensieren lässt.

Festzuhalten bleibt aber, dass man mit dem Arlo eine unglaublich vielseitige Lösung in den Händen hält. Gerade das nahezu beliebige Platzieren der Kameras ist ein riesiger Vorteil gegenüber den kabelgebundenen Varianten. So lässt sich eine Kamera auch einmal schnell versetzen oder zweckentfremden. Hin und wieder nutzen wir die Kamera auch, um zu schauen, welche Tiere nachts durch unseren Garten streifen. Auch als Babycam weiß die Arlo durchaus zu gefallen.

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5 Antworten

  1. Addipot sagt:

    Ich bin mit der Kamera sehr zufrieden, bis auf die Zeitverzögerung die eigentlich von der Firma behoben werden müsste.

  2. Peter Fischer sagt:

    Prima Test. Wie groß ist denn die Reichweite der Arlo und kann man sie auch mit einem PC über WLAN betreiben? MfG Peter Fischer

    • Smart Home One sagt:

      Hallo Herr Fischer,
      die Reichweite hängt stark von den baulichen Gegebenheiten ab. Bei freier Sichtverbindung sind es ca. 100 Meter. In der Regel sind aber Mauern, Büsche und Bäume im Weg und verkürzen den Weg deutlich. Im Test mussten rund 10 Meter überbrückt werden, die durch Trockenbauwände und tragenden Stahlbeton „versperrt“ waren. Die kabellose Arlo nutzt leider kein WLAN-Signal, sondern ein propriäteres Transportprotokoll. Eine Kopplung direkt mit einem WLAN-fähigen PC ist daher nicht möglich.

  3. Dieter sagt:

    Ich weiß nicht, wie viel Netgear für den Test bezahlt hat aber das stimmt alles vorne und hinten nicht. Es sind die schlechtesten Kameras, die ich je hatte! Reichweite mit freier Sicht: 15m. Reichweite im Haus: nur im gleichen Zimmer zu betreiben. Bildqualitat im dunkeln: unterirdisch. Auslösegeschwindigkeit: in der Zeit hat ein Einbrecher das halbe Haus leergeräumt. Hell leuchtende LEDs, lautes Klacken beim Einschalten und und und… Ich kann Euch gerne Bilder und Videos schicken oder schaut meine Rezension auf Amazon. https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RJXXGV1FWPB9G/ref=cm_cr_arp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B00TDNYNP8

    • Smart Home One sagt:

      Hallo Dieter, vielen Dank für das – im Vergleich zur Rezension auf Amazon leider weniger konstruktive – Feedback. Vorweg: Netgear hat nichts für den Test bezahlt und er spiegelt die eigenen Erfahrungen mit dem Produkt wieder. Dass kritische Aspekte offen benannt werden, siehst du in diesem Artikel genauso, wie z.B. auch beim Testbericht zur Arlo Pro. Das betrifft u.a. auch die Auslösegeschwindigkeit. Mit den Problemen hinsichtlich der Reichweite würde ich mich nochmals an den Support wenden. Während des Tests war die Verbindung durch zwei tragende Wände und die Außenwand problemlos möglich. Im Übrigen alles Stahlbeton. Vielleicht hast du wirklich ein defektes Modell erwischt. Alternativ reiche die Kamera doch noch im Freundes und Bekanntenkreis herum, mit der Bitte sie in einer anderen Umgebung zu testen.

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