Netgear Orbi im Test (RBK50)

Netgear Orbi - RBK50

Netgear Orbi – RBK50 (Quelle: Netgear)

Im Netgear Orbi Test habe ich mir die leistungsstärkste Variante RBK50 des WLAN-Systems angeschaut. Wer sich mit einer mangelnden WLAN-Abdeckung bzw. -qualität herumplagt und über das nötige Kleingeld verfügt, der findet im Orbi die momentan wahrscheinlich besten Lösung am Markt, um der Probleme Herr zu werden.

Ausgangssituation

Bisher war ich mit meinem WLAN nicht unzufrieden – solange bis jemand kam und zeigte, dass es besser geht. Zur Ausgangslage: Als Access Point diente auf 2,4 GHz und 5 GHz bislang meine FRITZ!Box 7490. Da in unserem Neubau neben Stahlstreben offenbar auch Kryptonit in den Wänden verbaut ist, ist dass WLAN-Signal im Wohnzimmer (gleiche Etage) schon deutlich dezimiert. Zwischen FRITZ!Box und Schlafzimmer liegt das Bad, so dass im Schlafzimmer ebenfalls nur noch ein Bruchteil der Signalstärke ankommt.

Um für Entspannung zu sorgen haben die Powerline-Adapter 500E und 546E von AVM das LAN bis ins Wohnzimmer getragen und dort einen weiteren Access Point zur Verfügung gestellt. Da im Wohnzimmer mitunter die meisten kabelgebundenen Geräte sind, die sich über einen LAN- bzw. Internetzugang freuen, hat ein kleiner Switch (Netgear ProSAFE Plus Switch GS105E) die zwei Fast-Ethernet-Schnittstellen des 546E erweitert.

Gerade das Blinken und Leuchten der Powerline-Adapter, sowie des Switches haben nicht für die Atmosphäre im Wohnzimmer gesorgt, die man sich normalerweise wünscht. Nun lassen sich die LED am Powerline-Adapter deaktivieren und der Switch umdrehen, schöner wird es dadurch aber nicht.

Unboxing und Lieferumfang

Bei einer UVP von ca. 430 EUR darf man erwarten, dass das Produkt sich in seiner Verpackung ordentlich präsentiert. Beim Netgear Orbi ist das der Fall. Die Verpackung ist in etwa so groß wie zwei übereinander gestaptelte Schuhkartons, aus blauem Karton und mit einer weißen, breiten Banderole umgeben. Das Versprechen hat Netgear gleich auf die Verpackung gedruckt: Better WiFi. Everywhere.

Netgear Orbi - Lieferumfang

Netgear Orbi – Lieferumfang

Auf der Rückseite ist dieser Anspruch noch einmal ein wenig detaillierter ausgeführt, verglichen mit manch anderem technische Gerät, sind die Informationen auf der Verpackung jedoch eher zurückhaltend.

Netgear Orbi - Verpackung

Netgear Orbi – Verpackung

Ist die Banderole erst einmal abgestreift, lässt sich der Deckel des Kartons abheben. Umgehend fällt der Blick auf den Orbi-Router (RBR50) und die Kurzanleitung.

Netgear Orbi - Lieferumfang

Netgear Orbi – Lieferumfang

Zieht man den Router nach oben, wird auch der Blick auf den Satelliten (RBS50) frei. In einer kleinen Pappschachtel auf der linken Seite befinden sich die Netzteile für Router und Satellit und ein Flachband-Ethernet-Kabel. Hervorzuheben sind die nativen Schuko-Stecker, die den Hersteller vielleicht ein paar Cent mehr kosten, beim Endkunden aber nicht 1-2 Adapter für den US- bzw. UK-Markt herumliegen.

Netgear Orbi - Netzteil

Netgear Orbi – Netzteil

Erster Eindruck

Normalerweise schenke ich den Verpackungen nicht sonderlich viel Beachtung, weil ihre Lebensspanne zwischen Auspacken und dem Weg ins Altpapier in der Regel nicht sonderlich lang ausfällt. Bei hochwertigen Produkten ist das anders. Da zählt die Verpackung und das Auspacken zum Produkterlebnis mit dazu, auch wenn beides nicht wesentlich zum späteren Betrieb beiträgt. Vor diesem Hintergrund fängt beim Netgear Orbi der erste Eindruck schon bei der Aufmachung der Verpackung und der Präsentation des Produktes an und der erste Eindruck ist ein guter.

Netgear Orbi - Router und Satellit

Netgear Orbi – Router und Satellit

Noch besser wird es bei Router und Satellit. Ich hatte eingangs geschildert, dass das technische Leuchten und Blinken nicht Jedermanns Sache im Wohnzimmer ist. Das gilt nicht nur für meine bessere Hälfte, sondern für mich gleichermaßen. Umso erfreuter ist man, wenn man ein Produkt in den Händen hält, dass ohne Abstriche seinen Platz im Wohnzimmer finden kann, ohne unangenehm aufzufallen.

Netgear Orbi - Router und Satellit

Netgear Orbi – Router und Satellit

Die Vorreiterrolle muss man wohl Apple zusprechen, den Anspruch und das Ergebnis für den Orbi RBK50 natürlich aber Netgear. Router und Satellit sind hinsichtlich des Design im Wesentlichen baugleich und sehen mit ihrer schlanken, ovalen Form mit weiß-mattierter Oberfläche nahezu wie Blumenvasen aus. Und ernsthaft – hier im Haushalt gibt es eine Blumenvase, die durchaus als Vorbild für den Orbi hätte dienen können.

Wer das Urteil lieber kurz mag: Der Netgear Orbi sieht einfach verdammt aus.

Netgear Orbi - Spaltmaße

Netgear Orbi – Spaltmaße

Der Orbi sieht jedoch nicht nur gut aus, sondern macht auch ansonsten eine gute Figur. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau: Die Spaltmaße sind gering und überall gleichmäßig. Auch das Gewicht trägt zum positiven Gesamtbild bei, denn schließlich sollen die aufrechtstehenden Geräte sicheren Halt haben.

Anschlüsse

Was den Orbi so geeignet für das Wohnzimmer macht, ist nicht nur seine Form, sondern auch der Umstand, dass sich keine Bedien- und Kontrollelemente auf der Vorderseite befinden. Diese finden sich alle rückseitig und den Blicken abgewandt.

Netgear Orbi - Rückseitige Anschlüsse

Netgear Orbi – Rückseitige Anschlüsse

Eigentlich wollte ich den Begriff „WLAN-Repeater“ nicht im Zusammenhang mit dem Orbi nennen, denn das wird ihm nicht gerecht, auch wenn viele nichts anderes in ihm sehen. Der Orbi ist aber gleichzeitig eine WLAN-Bridge und stellt als solche ein WAN- und drei LAN-Ports am Router und vier LAN-Ports am Satelliten zur Verfügung. Die Netzwerkdaten finden dann zwar den Weg durch die Luft von Router zum Satelliten, können von dort aber per LAN-Kabel an solche Geräte weitergeleitet werden, die nur über einen kabelgebundenen Zugang verfügen.

Der zusätzliche USB-2.0-Port an der Rückseite ist momentan noch nicht mit Funktionen belegt. Weiterhin finden sich ein Netzschalter und ein Reset- und Sync-Knopf. Alles ist ordentlich beschriftet und gut zugängig.

Installation und Einrichtung des Netgear Orbi

Die Zeiten, da die Installation von Hard- und Software kompliziert und nur mit technischem Sachverstand zu leisten waren, sind Gott-sei-Dank vorbei. So kann es sich die Kurzanleitung auch erlauben, wirklich knapp und dennoch zielführend zu sein.

Für die Installation des Orbi bedeutet das nichts anderes als:

  • Orbi Router per LAN-Kabel mit dem Internet verbinden
  • Orbi Router mittels Netzteil mit Strom versorgen
  • Orbi Satellit mittels Netzteil mit Strom versorgen

Anschließend muss man sich nur noch entscheiden, ob man die Einrichtung über die kostenfreie App für iOS und Android oder über eine Web-Oberfläche durchführen möchte. Beides ist problemlos möglich und im Wesentlichen gleich. Optisch gelungener ist die Einrichtung über die App, die den Nutzer Schritt für Schritt an die Hand nimmt.

Leider ist die App offenbar noch nicht in deutscher Sprache verfügbar. Dennoch sollte es möglich sein mit rudimentären Englischkenntnissen das Einrichten zu meistern. Alternativ kann man auf die Einrichtung per Web zurückgreifen. Bei der Einrichtung über das Web greift man entweder über WLAN zu oder verbindet den PC per LAN-Kabel direkt mit dem Orbi-Router.

Netgear Orbi - WLAN-Zugangsdaten

Netgear Orbi – WLAN-Zugangsdaten

Was zunächst ein wenig irritiert ist, dass man sich mit dem WLAN verbinden muss, das der Orbi Router selbst aufspannt. Die notwendigen Zugangsdaten (SSID und WLAN-Schlüssel) sind zum einen auf die abnehmbare Banderole, zum anderen auf die Unterseite der Geräte aufgedruckt.

Netgear Orbi - WLAN-Zugangsdaten (Geräteunterseite)

Netgear Orbi – WLAN-Zugangsdaten (Geräteunterseite)

Normalerweise reicht das Einbinden ins LAN, beim Orbi ist das aber anders. Im Großen und Ganzen vergibt man während des Einrichtens nur eine SSID, ein WLAN-Schlüssel und ein Passwort zur Administration des/der Orbi selbst. Um die möglichst optimale Position für den Satelliten zu finden, zeigt der farbige LED-Ring nach dem Hochfahren die Güte der Verbindung an. Ein blauer Ring zeigt eine sehr gute Verbindung an.

Netgear Orbi - LED-Ring

Netgear Orbi – LED-Ring

Ohne auf die Uhr geschaut zu haben, ich würde behaupten die Ersteinrichtung war nach 5 Minuten fertig.

Besonders einfach gestaltet es sich dadurch, dass Router und Satellit (so sie im Bundle vertrieben werden) bereits miteinander gekoppelt sind und die Sync-Taste auf der Rückseite beider Geräte ungenutzt bleibt.

Ungebremst im Alltag

Netgear hat mit dem Orbi das bessere WLAN versprochen und zwar überall. Das Versprechen hat Netgear gehalten. In der gesamten Wohnung ist die Signalstärke bei unterschiedlichsten Geräten auf dem Maximum. Das sieht man nicht nur in der Anzeige, man spürt es auch im Alltag.

Video-Streams laufen seit Inbetriebnahme des Orbi von Anfang bis Ende ohne Unterbrechung aufgrund von Bufferings. Das gilt nicht nur für die Video-Dienste, wie Netflix und Amazon Prime, sondern für Video-Streams von Überwachungskameras gleichermaßen. Mit der höheren Bandbreite steigt bei adaptiver Auflösung auch die Bildqualiät.

Neben dem Zugewinn an Geschwindigkeit und Reichweite konnte auch die Technik im Wohnzimmer etwas eingeschränkt werden. Statt des Powerline-Adapters verrichtet nun der Orbi Satellit sein Werk. Durch die vier Gigabit-Ethernet-Ports an dessen Rückseite konnte aber der Switch im Wohnzimmer eingespart werden. Alle Geräte sind nun entweder direkt über das WLAN oder das LAN der WLAN-Bridge angeschlossen. Da die Geschwindigkeit mehr als erhaben ist, braucht es die Bandbreite über die Stromleitung auch nicht.

Auch der Powerline-Adapter am anderen Ende ist zurück in die Verpackung gewandert und fristet nun dort sein Dasein. Und schlussendlich arbeitet auch die FRITZ!Box nicht mehr als Access Point – die Netze hätten sich eh gegenseitig im Weg gestanden und ein Nutzen war einfach nicht mehr vorhanden.

Nackte Zahlen

Wer sich eher für Zahlen interessiert, der kann sich die Zahlen des folgenden Versuchaufbaus anschauen:

Ein PC wurde per LAN-Kabel an den Router, ein NAS an den Satelliten gehängt. Beide verfügen über einen Gigabit-Ethernet-Port, so dass hier kein Flaschenhals zu erwarten ist. Router und Satellit wurde zunächst in ca. 2 Meter Entfernung ohne Hindernisse, und anschließend in etwa 7 Meter Luftlinie voneinander entfernt, wobei drei Trockenbauwände und eine tragende Stahlbetonwand die Signalqualität beeinträchtigen. NAS und PC sind also nur über die WLAN-Strecke des Netgear Orbi miteinander verbunden.

Netgear Orbi - Geschwindigkeitmessung (RBK50)

Netgear Orbi – Geschwindigkeitmessung (RBK50)

Zur Messung wurde auf dem NAS das kostenfreie Tool iperf installiert und im Server-Modus betrieben. Auf dem PC wurde iperf als Client gestartet. Die Übertragung nutzte UDP, um möglichst wenig Overhead beim Protokoll zu erzeugen. Jeder Testlauf wurde 10x wiederholt und das Ergebnis anschließend gemittelt. Zur besseren Einordnung der Zahlen wurde ein Referenzwert ermittelt (PC und NAS per LAN-Kabel direkt am Orbi-Router verbunden), der beschreiben soll, was die genutzt Hardware zu leisten im Stande ist.

Mit ca. 870 Mbit/s fällt dieser Referenzwert erfreulich hoch auch und ist nicht weit von dem entfernt, was theoretisch über ein Gigabit-LAN machbar ist.

Mit 513 Mbit/s liefert der Orbi sehr gute Übertragungswerte, auch wenn die Platzierung von Router und Satellit eher nicht der Realität entsprechen dürften. Realistischer wird es da bei der zweiten Messung, bei der die beiden Knoten ca. 7 Meter voneinander entfernt stehen. Hier sinkt die Bandbreite zwar auf 411 Mbit/s, stellt aber immer noch einen sehr guten Wert dar.

Die Zahlen sind durchweg überzeugend, zeigen aber auch, dass sich Netgear nicht über physikalische Gesetze hinwegsetzen kann. Wände schwächen weiterhin die Signalqualität und konkurrierende Netze sind der Übertragungsgeschwindigkeit auch nicht zuträglich.

Einstellungen für Fortgeschrittene

Bis hier trifft der Testbericht vollständig auf die Werkseinstellungen des Orbi zu (abgesehen von der Anpassung von SSID und WLAN-Schlüssel während des Einrichtens). Für den unbedarften Anwender reicht das völlig aus und doch gibt es Situationen, in denen man sich ggf. dedizierte Einstellungen von Router und/oder Satellit wünscht.

Netgear Orbi - Router-Einstellungen

Netgear Orbi – Router-Einstellungen

Dazu gehören:

  • IP- / DNS-Einstellungen
  • WLAN-Einstellungen (SSID, WLAN-Schlüssel, Kanäle)
  • Verbundene Geräte
  • Kindersicherung
  • Gastnetzwerk

Wer darüber hinaus Konfigurationsmöglichkeiten sucht, der findet sie aller Voraussicht nach in den Erweiterten Einstellungen. Besonders interessant sind die Firewall-Einstellungen, die dass Blockieren bestimmter Internetseiten und/oder Stichworte erlauben. Wer bereits eine Router von Netgear besitzt, wird viele der Möglichkeiten wiederentdecken.

Netgear Orbi - Erweiterte Router-Einstellungen

Netgear Orbi – Erweiterte Router-Einstellungen

Fazit

Schlechter Empfang und tote Ecken waren und sind mit der Technologie WLAN jeher verbunden. Entweder hat man sich damit arrangiert oder versucht mit WLAN-Repeatern das Ergebnis zu verbessern. Dass selbst mit den WLAN-Repeatern Kompromisse eingegangen werden müssen, verschweigen viele. Netgear zeigt mit dem Orbi, dass es auch anders geht und man sich weder mit dem einen, noch mit dem anderen Problem abfinden muss.

Nachdem Netgear Orbi Test stellt sich für mich nicht mehr die Frage, ob ich zur alten Lösung zurückkehren soll. Der Orbi verrichtet so unangenehm unauffällig seinen Dienst, als ob er nicht da ist und doch die Luft mit schnellem Äther durchdringt.

Angesichts der technischen Leistung und des erfrischenden Design stimmt der Orbi rundum glücklick. Dem Einzug in die eigenen vier Wände steht der recht hohe Preis von ca. 430 EUR gegenüber. Wer das momentan vielleicht leistungsfähigste WLAN-System nutzen möchte, muss es als Investition in die Zukunft verbuchen.

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